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Auch im 19. und 20. Jahrhundert war es üblich, die Arbeitskräfte nahe der Fabrik unterzubringen - so auch in Hauptwil. Der 1735 als Walke erbaute, hochgeschossige Riegelbau diente dem aus
Erlen stammenden Johann Joachim Brunnschweiler (1759-1830) ab 1787 als erste Bleibe für seine nach Hauptwil verlegte Blaufärberei. Schon bald darauf wurde der "Spittel" als Arbeiterwohnhaus genutzt. Unweit davon liegt der vor 1871 für die Färbereiarbeiter eigens erstellte "Sonnenbühl" - auch dieser in der billigen und sehr haltbaren Lehmbautechnik erstellt.

Bei Kellersanierungsarbeiten kam 1996 unverhoffterweise ein Teilstück des alten Dorfkanals zum Vorschein. Das Wasser, das darin durch das Dorf geleitet wurde war es, welches die Industriebetriebe in Hauptwil bis ins
20. Jahrhundert am Laufen erhielt. Auf seinem Weg vom Hauptwiler Weiher bis zum Sornbach versorgte es einmal die zu den Arbeiterhäusern "Langbau" und "Kurzbau" gehörenden Waschhäuschen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und gleich anschliessend die 1437 erstmals belegte Dorfmühle mit Energie. Nach einer ersten Überquerung des Dorfbaches trieb es ein Wasserrad in der sogenannten "Alten Seidenweberei" an, um nach einer zweiten Überquerung des Baches die 1735 erbaute Untere Walke (später Spittel genannt) in Gang zu halten. Auch die "Untere Rotfarb" nutzte das Wasser als Energiequelle.
|  Haus zum Spittel
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